Disagio

Disagio, auch Damnum genannt, ist der Abschlag vom Nennwert, der bei der Auszahlung eines Kredits oder der Ausgabe eines Wertpapiers berechnet und einbehalten bzw. zugeschlagen werden kann. Für Bausparer ist das Disagio bei Darlehn relevant.

1012831_65170375.jpgDas Disagio wird in Prozent des Darlehensbetrages einschließlich Disagio angegeben, so werden bei einen Disagio von 9 % auf 100 Euro Kredit nur 91 Euro gezahlt. Bei einen Kredit von 100000 Euro stehen wegen des Disagios von 9000 Euro also nur 91000 zur Verfügung. Man muss allerdings diese 100000 Euro, also den Auszahlungsbetrag einschließlich des Disagios zurückzahlen.

Sinn eines Disagios für das Darlehn ist die Festlegung eines geringeren Zinssatzes, da ein Disagio im voraus bezahlte Zinsen darstellen, womit die monatliche Zahlung bei der Zurückführung des Kredits geringer gehalten wird. Der effektiv zu leistende Zinssatz für den Zeitraum der Zinsbindung bleibt aber mit oder ohne Disagio in etwa gleich.

Bei Hausneubauten zahlen die Bausparkassen den hypothekarischen Kredit nur nach Baufortschritt aus. Es wäre daher für den Kreditnehmer durchaus ungünstig, wenn er schon zu Beginn des Bauens den Kredit in voller Höhe ausgezahlt bekäme, denn dann müsste er bereits zurückzahlen, obwohl das Haus nach gar nicht steht. Deshalb macht es Sinn, zunächst eine Zwischenfinanzierung nach Baufortschritt zu vereinbaren und erst nach Fertigstellung des Objekts den Kredit mit dem Disagio zu beginnen.

Soll der Kredit vorzeitig zurückgezahlt werden, z.B. weil der Darlehnsnehmer überraschend zu Geld gekommen ist, dann ist er selbstverständlich verpflichtet, das Disagio zu erstatten, woraus sich dann ergibt, das der Kredit deutlich teuer wird als ursprünglich geplant. Ein Disagio kann dem Darlehensnehmer auch nicht anteilig erstattet werden, weil das Disagio ja schließlich eine Zinsvorauszahlung darstellt.

560687_87498415.jpgEin Disagio wird häufig auch interessant in Zusammenhang mit steuerlichen Fragen. Die Vereinbarung eines Disagio in Darlehensverträgen ist sinnvoll, wenn man das Disagio im Jahr der Auszahlung des Kredits als Werbungskosten geltend machen kann; dies ist in Bezug auf Immobilienkredite seit 1996 allerdings nicht mehr bei selbstgenutzten, sondern lediglich noch bei fremdgenutzten oder vermieteten oder eigenbetrieblichen Immobilien möglich.

Der Steuervorteil ist aber nur anfänglicher Natur und bei absehbaren Steuerprogressionssteigerungen durch den Zinsvorteil in der Zukunft aber eher fraglich.

Man sollte sich also gut überlegen, ob die Finanzierung über Disagios überhaupt für einen Sinn macht.